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Aus den Ortsfeuerwehren   Einsatzgeschehen der vier Diepholzer Ortsfeuerwehren
31.01.2017 von Kevin Siebe

Kein ruhiges Jahr für Diepholzer Feuerwehren:
219 Einsätze in zwölf Monaten


Diepholz - Von Sven Reckmann. Ein ruhiges Jahr? Das sieht anders aus. „2016 war das ereignisreichste Jahr seitdem ich in diesem Amt bin.“ Das sagt Stadtbrandmeister Frank Schötz mit Blick zurück auf das Einsatzgeschehen der vier Diepholzer Ortsfeuerwehren.

In Zahlen ausgedrückt bedeutet das: 219 (Vorjahr 204) Einsätze, bei denen rechnerisch 2088 Kameraden zum Einsatz kamen und fast 5  200 Stunden leisteten. Zu den Einsätzen zählten 67 Brände, 67 technische Hilfeleistungen (wie zum Beispiel Verkehrsunfälle), fünf Fehlalarme, 56 Brandsicherheitswachen (meist im Theater) und 14 nachbarschaftlichen Löschhilfen sowie 19 Gefahrguteinsätze.

Der herausragende Einsatz des Jahres fand in der Nachbarschaft statt – der verheerende Brand am Ostermontag bei Wiesenhof in Lohne. „Ein Brand, der seinesgleichen sucht“, so Schötz.

Da die neue Drehleiter schon im Einsatz war, die alte aber noch nicht verkauft, hatten die Diepholzer die komfortable und höchst seltene Gelegenheit, mit zwei Drehleitern anzurücken. „Das erstaunte Gesicht des Abschnittsleiters am Einsatzort in Lohne hab ich noch vor Augen“, schmunzelt Schötz.

Die neue Drehleiter bewährte sich hier wie auch in anderen Einsätzen, nahm aus Lohne aber wohl auch besondere „Andenken“ mit. Bestimmte Rost-Anhaftungen seien bei einer späteren Wartung entdeckt worden, berichtet Schötz, die auch bei anderen Fahrzeugen anderer Feuerwehren festgestellt worden seien, die bei dem „Wiesenhof“-Brand eingesetzt worden waren.

Weitere große Einsätze waren der Scheunenbrand Ende September in Ossenbeck oder der Silobrand bei der Tierfrischmehlfabrik. In höchstem Maß gefordert waren die vier Ortsfeuerwehren auch nach dem heftigen Gewitterschauer Anfang Juni, bei dem binnen Minuten Straßen und Keller in Diepholz und Umgebung unter Wasser gesetzt wurden. 78 Pumpeneinsätze waren binnen kürzester Zeit von den Feuerwehren zu absolvieren. Die Koordinierung der Einsätze über die eigens eingerichtete Einsatzleitung im Haus der Feuerwehr habe sich bewährt, so Schötz. Manchen Betroffenen ging es dabei nicht schnell genug, wie Schötz berichtete: „Was mit nicht gefällt, ist, dass manche Bürger nicht mal 20 Minuten warten können bis ihr Keller ausgepumpt wird, der gerade mal drei Zentimeter unter Wasser steht.“

Den starken Rückgang bei den Fehlalarmierungen (2015 waren es 25 gewesen) erklärt Schötz mit einer neuen Erfassung der Einsätze. Es werde jetzt deutlicher unterschieden, was die Anlage zum Auslösen gebracht hat.

Beim Thema vorbeugender Brandschutz kam Schötz auf die Eröffnung des Schloss-turms zu sprechen und die Beschränkungen, die dort für Besucher seit der Sanierung herrschen. Schötz warnte davor, es könne der Eindruck entstehen, „die Feuerwehr hat verboten“. Nur dadurch, dass die Feuerwehr während des gesamten Grafensonntags am Turm in Bereitschaft stand, habe die Turmöffnung in dieser Form überhaupt stattfinden können.

Mit der Gründung einer weiteren Kinderfeuerwehr in Sankt Hülfe jüngst habe man einen weiteren wichtigen Schritt zur Nachwuchsgewinnung getan. „Das ist die Truppe, die uns irgendwann verstärken wird!“

Mit Blick auf das neue jahr erinnert Schötz daran, dass 2017 für die Stadtfeuerwehr ein großes Ereignis ansteht mit dem Kreiszeltlager der Jugendfeuerwehren in Aschen. „Wir stehen voll dahinter“, meint der Stadtbrandmeister, jeder möge sich mit einbringen, appelliert er an alle vier Ortsfeuerwehren.



(Text: Kreiszeitung Diepholz)




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