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Aus den Ortsfeuerwehren   Chronik -125 Jahre Freiwillige Feuerwehr Diepholz-
23.05.2017 von Florian Bergien

1892 – 2017 125 Jahre Freiwillige Feuerwehr Diepholz



Wir schreiben das Jahr 1892. Die Brandgefahr war in alter Zeit weit größer als heutzutage; die Gebäude waren zu damaliger Zeit fast ausschließlich Fachwerk- oder Holzbauten, die mit Reet gedeckt waren. Außerdem kannte man nur offene Herd- oder Feuerstätten, von denen sich Rauch oder Funken oft eigene Wege suchten.

Der auf der Münte residierende Gutsbesitzer Karl-Wilhelm Freiherr von Veltheim-Cattenstedt ergriff zu Beginn dieses Jahres die Initiative zur Bildung einer Freiwilligen Feuerwehr in Diepholz.

Sobald er in der Bürgerschaft ein hinreichendes Interesse festgestellt hatte, wandte er sich mit einem Schreiben an insgesamt elf öffentliche und private am Ort vertretene Feuerversicherungsunternehmen und bat um materielle Unterstützung für die Beschaffung von Geräten und sonstiger Ausrüstung.

Nachdem seine Unterstützungsanträge alle durchweg positiv beschieden waren, sah er sich veranlasst, zum 1. Mai 1892 zu einer Gründungsversammlung in das „F. Vogelsang'sche Gasthaus“ (heutiges Grundstück Lange Straße 56) eine interessierte Bürgerschaft einzuladen. Aus der Niederschrift über diese Versammlung geht hervor, dass sich 26 Bürger durch Unterschrift bereit erklärten, der neu gegründeten „Freiwilligen Feuerwehr“ beizutreten.

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Der Willenberg um 1920 – im Vordergrund links das älteste Spritzenhaus von Diepholz


Es wurde ein Kommando gewählt, dem der Freiherr von Veltheim-Cattenstedt als Feuerwehrhauptmann vorstand. Die übrigen Kommandoposten und deren Besetzungen sind einer Niederschrift zu entnehmen. Wichtig waren auch die Beschlüsse über die Abhaltung monatlicher Übungen in den Monaten April bis Oktober und über die Festsetzung eines Beitrittsgeldes von einer Mark sowie eines vierteljährlichen Beitrages von 50 Pfennigen.

In der nachfolgenden Versammlung am 22. Mai 1892 wurden weitere sieben Mitglieder aufgenommen. Einzelheiten über die Abwicklung nach der Gründung sind in der Satzung, die in der Chronik „Jahrhundertbuch - Freiwillige Feuerwehr Diepholz“ zum 100sten Jahrestag im Jahre 1992, nachzulesen ist.

Auch die erste Saug- und Druckspritze auf einer zweirädrigen Lafette wurde am 19. Juni 1892 für ca. 2.186 Mark einschließlich Zubehör bestellt. Immerhin konnten mit dieser Spritze 390 bis 400 Liter Wasser in der Minute gefördert werden. Die Spritze konnte bereits am 16. August 1892 übernommen werden, nachdem auch der von einem örtlichen Stellmacher gefertigte Protzenwagen zum Preise von 150 Mark geliefert worden war.

Das erste Spritzenhaus von Diepholz war am Willenberg. Das Bild entstand ca. im Jahr 1920.

In der Folgezeit hat sich dann im Feuerlöschwesen und damit auch in Diepholz einiges getan. Schon bald nach der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Diepholz 1892 waren deren Mitglieder wohl recht unzufrieden mit der dem Magistrat unterstehenden Ortswehrkräften der sogenannten Pflichtfeuerwehr. Es wurde deshalb vom Feuerwehrhauptmann von Veltheim-Cattenstedt dem Landrat vorgeschlagen, das ganze hiesige Feuerlöschwesen dem Kommando der Freiwilligen Feuerwehr zu unterstellen.

Noch im März 1902 wurde aufgrund einer Polizeiverordnung des königlichen Oberpräsidenten der Provinz Hannover ein „Ortsstatut für die Fleckensgemeinde Diepholz betreffend die Bildung einer Pflichtfeuerwehr“ vom Magistat erlassen.

Mit dem Neubau eines repräsentativen Rathauses auf dem Grundstück Lange Straße 12 im Jahre 1903 wurde das an dieser Stelle stehende bisherige Verwaltungsgebäude abgebrochen. Damit war die Freiwillige Feuerwehr, die in diesem Hause ihre Spritze und Gerätschaften untergestellt hatte, wieder einmal „heimatlos“ geworden. Man behalf sich über mehrere Jahre so, dass während dieser Zeit die Spritze und Gerätschaften mietweise in verschiedenen Stallungen, zuletzt auf dem Kohlhöfen, untergebracht wurden.

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Altes Rathaus, Lange Straße 12, abgebrochen 1902 (in der Toreinfahrt war die Spritze untergestellt)


Es dauerte dann noch weitere 16 Jahre, bis am 30. Oktober 1919 die Pflichtfeuerwehr aufgelöst werden konnte, nachdem zuvor 28 Mitglieder in die Freiwillige Feuerwehr übergetreten waren.

Der Magistrat hatte dann aber doch ein Einsehen. So konnte die Freiwillige Feuerwehr am 31. August 1911 im Erdgeschoss des Hauses Hinterstraße 3 ihr neues Spritzenhaus beziehen, das ihren damaligen Bedürfnissen entsprach. Ein weiteres Spritzenhaus stand von altersher auf dem Willenberg (neben der Bäckerei Gutknecht, Steinstraße 7). Ein Trockengerüst (Schlauchgalgen) zum Trocknen nasser Schläuche befand sich auf dem rückwärtigen Grundstück der Diepholzer Wassermühle, Mühlenstraße 10.

Die Mobilmachung und der Kriegsbeginn am 2. August 1914 brachten auch für die Entwicklung der Freiwilligen Feuerwehr einen bedeutsamen Einschnitt. Im Laufe des Krieges wurden insgesamt 50 Feuerwehrkameraden zum Waffendienst einberufen.

Der Aufgabenbereich der Feuerwehr beschränkte sich in der Folgezeit nicht nur auf die Bekämpfung von Schadenfeuern. Auf Weisung der Ortsbehörden mussten sie zusätzlich im öffentlichen Interesse notwendige Ordnungsaufgaben übernehmen.

Am 1. Mai 1917 blickte man mit Stolz auf das 25jährige Bestehen zurück. Von großen Festlichkeiten wurde mit Rücksicht auf die Kriegsverhältnisse aber verzichtet. Dennoch wurde aber in einer außerordentlichen Versammlung im Vereinslokal dieses Jubiläums gedacht.

Seit der Gründung hatte es naturgemäß mehrfach einen Wechsel in der Wehrführung gegeben. Im Juli 1897 zog Karl-Wilhelm Freiherr von Veltheim-Cattenstedt, der erste Feuerwehrhauptmann, von Diepholz fort. Zu seinem Nachfolger wurde der Maurermeister Wilhelm Heiser gewählt. Dieser legte aus Gesundheitsgründen sein Amt am 1. Juli 1910 nieder und in der Versammlung am 16. Juli 1910 wurde der bisherige Schriftführer der Feuerwehr, Hermann Fraeßdorf, zum Feuerwehrhauptmann gewählt. Ihm folgte im Januar 1921 der Kaufmann Wilhelms Harms, Lange Straße 65 (heute Bremer Eck), als örtlicher Feuerwehrhauptmann. Harms übergab das Amt im Februar 1933 an den Tischlermeister Fritz Evers, Judenstraße 2 (heute Kolkstraße).

Von den durchgreifenden Änderungen der politischen Verhältnisse nach dem 30. Januar 1933 wurde nicht zuletzt auch die Feuerwehr berührt. Am 15. Dezember 1933 wurde ein Feuerlöschgesetz erlassen. In diesem Gesetz wurden Bestimmungen über die juristische Form, ihrer Gliederung und Aufgaben festgelegt. Anstelle des Feuerwehrhauptmannes trat nunmehr der Wehrführer. Die Feuerwehr war dem Bürgermeister als Ortspolizeibehörde unterstellt.

Der noch am 20. März 1933 in das Amt des Feuerwehrhauptmannes gewählte Tischlermeister Fritz Evers wurde nach der neuen Satzung zum Wehrführer berufen.

Der Aufgabenbereich der Feuerwehr wurde über das eigentliche Feuerlöschwesen hinaus um den Luftschutz, Sanitäts-, Bergungs- und Rettungsdienst erweitert.

Ein bedeutsamer Tag war der 14. November 1936. An diesem Tage konnte die Feuerwehr das von der Stadt Diepholz neu errichtete Feuerwehrgerätehaus an der Steinstraße 7 in Besitz nehmen. Die bisherigen Spritzenhäuser am Willenberg und an der Hinterstraße wurden aufgegeben. Im neuen Gerätehaus waren drei Einstellplätze für Feuerwehrfahrzeuge verfügbar.

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Das Feuerwehrgerätehaus, Steinstraße 7, von 1936-1978 – das Gebäude wurde im Jahre 1990 abgetragen.


Ein lang gehegter Wunsch der Feuerwehr ging am 5. Juli 1938 in Erfüllung: Sie übernahm den von der Fa. Magirus, Ulm/Donau, gelieferten Mannschafts- und Gerätewagen „LF 8“. Dieses Fahrzeug war für den Mannschaftstransport einer Löschgruppe (9 Mann) ausgelegt und mit einer Tragkraftspritze TS 8 bestückt. Wegen ihres grünen „Outfits“ ging sie später als „Grüne Minna“ in die Annalen der Feuerwehr ein.

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Die legendäre „Grüne Minna


Am 1. September 1939 begann mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges ein schicksalhafter Abschnitt in der Feuerwehrgeschichte unserer Stadt. Der Verfasser der Festschrift zum 75jährigen Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Diepholz, Kamerad Ernst Waßmann, hat aus eigenem Miterleben die Einzelheiten des Leids und der Schrecken dieser schweren Zeit in der Festschrift zum 75jährigen Jubiläum ausführlich berichtet.
Festveranstaltungen sind während dieser Zeit wenig gefragt. Konnte schon das 25jährige Jubiläum im Jahre 1917 wegen Kriegsverhältnisse nicht gefeiert werden, so musste die Freiwillige Feuerwehr auch auf das für den 1. Mai 1942 anstehende 50jährige Jubiläum verzichten.

Am 6. April 1945 zogen britische Truppen in Diepholz ein und so wurde auch die Freiwillige Feuerwehr dem für Polizeiangelegenheiten zuständigen Offizier unterstellt. Der seit dem Jahre 1933 amtierende Wehrführer Fritz Evers war politisch völlig unbelastet und konnte deshalb die Aufgaben in seiner Dienststellung weiterführen bis September 1949.

Erst im September 1949 trat er wegen fortgeschrittenen Alters aus gesundheitlichen Gründen zurück und als Nachfolger wurde auf Vorschlag der Freiwilligen Feuerwehr der Färbermeister Paul Sommer am 27. September 1949 vom Rat der Stadt Diepholz zum Stadtbrandmeister ernannt.

Auch in der Folgezeit in den 50er und 60er Jahren hat es nicht an Einsätzen gefehlt. Eine Beschreibung der spektakulären Einsätze sind im Jahrhundertbuch, welches zum 100jährigen Jubiläum der Ortsfeuerwehr Diepholz erschien, nachzulesen.

Es begab sich aber zu der Zeit...
… so wird in einem, uns alle bekannten Buch der Beginn einer neuen Ära der Menschheit angekündigt.

Eine neue Ära der Freiwilligen Feuerwehr Diepholz begann am 25. April 1964. An diesem denkwürdigen Tag wurde die Jugendfeuerwehr Diepholz aus der Taufe gehoben.

Einem Aufruf des Kommandos folgend, versammelten sich 20 Jungen, neugierig und erwartungsvoll, im Feuerwehr-Gerätehaus an der Steinstraße. Jugendfeuerwehrwart Adolf Wilkens und sein Stellvertreter Karl Bredemeyer erläuterten die Ziele und Aufgaben der neuen Organisation. Und, was viel wichtiger war, es gab im praktischen Anschauungsunterricht „Feuerwehr zum Anfassen“. Alles das, was vorher in riesigen Autos, mit Blaulicht und Sirenengeheul an einem „vorbei sauste“, lag plötzlich greifbar nahe.

Am 9. Mai 1964 konnten 15 Jungen im Alter von 12 bis 15 Jahren mit der Grundausbildung beginnen.
In den darauf folgenden Jahren hatte sich die attraktive Jugendarbeit, wie u.a. Sport, Theater spielen, Zeltlagerteilnahme usw. herumgesprochen und auch die Mädchen wollten nicht mehr abseits stehen. Der Gründung einer Mädchengruppe stand nach dem Jawort vom Stadtdirektor Hintze am 23. April 1978 bei der Einweihung des „Hauses der Feuerwehr“ an der Dr.-Klatte-Straße 2 nichts mehr im Wege, zumal sich Günther und Christa Klemm als Trainer verdingten.

1967 – Jubiläum 75 Jahre Freiwillige Feuerwehr Diepholz
Die Feier zum 75jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Diepholz wurde festlich begangen. Zusammen mit dem Kreisverbandsfest fand eine große Veranstaltung im Juli 1967 statt. Zwei Tage lang beherrschten die dunkelblauen Uniformen der Feuerwehr das Stadtbild. Es waren über 950 Teilnehmer nach Diepholz gekommen, um mit der Feiwiwilligen Feuerwehr Diepholz das Kreisverbandsfest der Freiwilligen Feuerwehren zu feiern. Auf dem fahnengeschmückten Marktplatz rollte sowohl am Sonnabend als auch am Sonntag ein sorgfältig vorbereitetes Programm ab.

Die Entwicklung nimmt ihren Lauf...
Mit der Erweiterung des Geräteparks und der Anschaffung von Spezialausrüstungen stieg auch die Zahl der Einsätze. Da die Diepholzer Feuerwehr immer sehr schnell war, bediente man sich ihrer gern bei vielen Einsätzen, insbesondere bei Verkehrsunfällen, Hilfeleistungen und nachbarschaftlicher Löschhilfe. Spektakuläre Einsätze sind allerdings in den Aufzeichnungen nicht zu finden. Wie es damals üblich war, hieß es im Dienstbuch „Einsatz bei X“, und das war dann auch schon alles.

In den folgenden Jahren erhielt die Freiwillige Feuerwehr Diepholz weitere Einsatzfahrzeuge:

1958 ein Tanklöschfahrzeug TLF 16 T mit einem 3200 Liter Wasser fassenden Tank und ein neues Löschgruppenfahrzeug LF 8 mit Frontpumpe, es ersetzte die grüne Minna aus dem Jahre 1938.

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Tanklöschfahrzeug TLF 16 T


Ölwehr – ein neuer Begriff entstand.
Ende der 50er Jahre verschob sich das Hauptanwendungsgebiet von Mineralöl und die mit dem Mineralöl zusammenhängenden Gefahren. Ursache war der vermehrte Einsatz von Heizöl. Der Transport verlagerte sich mehr auf die Straße. Die Zunahme von Einsätzen durch Transport und Lagerung vom Mineralölen wie Heizöl stiegen sprunghaft an. Es erhielten die Feuerwehren ein neues Aufgabengebiet.

So entschied sich der Landkreis, einen Ölschaden-Anhänger anzuschaffen und schlug dem Kreisausschuss vor, die Anschaffung eines Ölschaden-Anhängers vorzunehmen.

Bei der Vorführung eines Ölschaden-Anhängers wies der Verkäufer auf die unzulängliche Ausstattung eines Ölschadens-Anhänger hin. Der Vorsitzende des Feuerschutzausschusses stellte den Diepholzer Feuerwehrkameraden die Frage: „Wie seht ihr das denn?“ und er erhielt die Antwort: „Der Verkäufer hat Recht und auf dem Gebiet werden uns in Zukunft noch andere Probleme begegnen“.

Zu einem späteren Zeitpunkt wurde der Ortsfeuerwehr Diepholz ein entsprechendes Fahrzeug von der Firma Schlingmann vorgestellt. Das Fahrzeug (GW-Öl), mit einer zusätzlichen Ausstattung nach unseren Vorstellungen, die auf der Grundlage der oben genannten denkbaren Sofortmaßnahmen beruhten, wurde am 16. Mai 1967 ausgeliefert. Zur Ausstattung gehörte auch ein Schlauchboot, das aus unseren Erfahrungen heraus unbedingt dazu gehörte.

Die Ortsfeuerwehr Diepholz erklärte sich bereit, einen Ölschadenstrupp aufzubauen. Seinen ersten Öleinsatz hatte der neu gegründete Ölwehrtrupp Diepholz am 19. April 1966.

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Gerätewagen ÖL (GW-Öl I. Generation)


Am 28. Juni 1966 wurde als Leiter des Ölwehrtrupps Stadtbrandmeister Walter Grote dem Landkreis gemeldet.

An der THW-Schule Moers fand im November 1966 ein Lehrgang „Bekämpfung von Ölschäden“ statt. Sechs Kameraden aus der Ortsfeuerwehr Diepholz nahmen daran teil.

Es häuften sich die Einsätze. 1975 fand der erste Lehrgang „Transport gefährlicher Güter“ auf Kreisebene statt. Durchgeführt wurde der Lehrgang vom zwischenzeitlich zum Leiter des Ölwehrtrupps ernannten Diepholzer Hauptfeuerwehrmann Friedrich Müller. Der Ölwehrtrupp erhielt am 8. März 1985 einen neuen GW-Öl als Ersatzfahrzeug für den 1967 in Dienst gestellten Kastenwagen. Zwischenzeitlich wurden weitere Ausrüstungsgegenstände angeschafft.

Der Fahrzeugpark wird erneuert und erweitet...
Ein Löschgruppenfahrzeug LF 8-schwer, mit einem zusätzlichen Hilfeleistungsrüstsatz bestückt, wurde beschafft und am 1. Dezember 1969 in Betrieb genommen. Das LF 8-schwer in Diepholz hatte eine Besonderheit: Es war mit einem fest eingebauten Notstromaggregat ausgestattet. Nur nach langem Hin und Her war der Abnahmebeamte an der Landes-Feuerwehrschule bereit, das Fahrzeug wegen des Notstromaggregates abzunehmen. Vermutlich haben ihn die Hinweise der Kameraden der Ortsfeuerwehr Diepholz wegen der Einsatzerfahrungen überzeugt.

Ein neues Feuerwehrhaus...

Bei der Standortwahl für das im November 1936 in Betrieb genommene Feuerwehrgerätehaus an der Steinstraße 7 war nach damaliger Auffassung sicherlich die richtige Wahl getroffen worden. Lag es doch zentral in etwa gleichem Abstand zwischen den bisherigen Gerätehäusern an der Hinterstraße und auf dem Willenberg.

Zu Beginn der 70er Jahre war schließlich erheblicher Raumbedarf für die Unterbringung des erweiterten Fahrzeug- und Geräteparks entstanden. Bei den Gesprächen zwischen der Freiwilligen Feuerwehr und der Stadt Diepholz war von vornherein klar, dass dieser benötigte Raum im Bereich des bisherigen Gerätehauses nicht zu beschaffen war. Demnach war der Neubau einer modernen feuerwehrtechnischen Anlage unumgänglich. Die Planung begann. Zum Team der Feuerwehr gehörte Ortsbrandmeister Walter Grote mit seinen Kameraden vom Kommando. Mehrere Gerätehäuser wurden besichtigt und eigene Raumpläne mit Zuordnung der Räume ausgearbeitet.

Nach Abschluss der Planungen, gemeinsam mit Feuerwehr, Stadtverwaltung und Architekten, lag am 1. Juni 1976 der baureife Entwurf vor. Nach Abschluss des Baugenehmigungsverfahrens und öffentlicher Ausschreibung konnte mit den Baumaßnahmen am 1. November 1976 an der Dr.-Klatte-Straße zügig begonnen werden.

Richtfest wurde am 9. Juni 1977 gefeiert und die Fertigstellung konnte dann am 31. März 1978 vermeldet werden.

Am Sonnabend, dem 23. April 1978, übergab der damalige Bürgermeister Bernhard Langhorst in einem offiziellen Festakt in Anwesenheit vieler Ehrengäste und unter großer Anteilnahme aus der Bevölkerung den Schlüssel für das „Haus der Feuerwehr“ an den Stadtbrandmeister Helmut Telthörster, der ihn seinerseits an den Ortsbrandmeister Walter Grote weiter gab.

Die anschließende Einweihungsfeier wird den damals Beteiligten in froher Erinnerung bleiben.

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Skizze vom „Haus der Feuerwehr“ in der Zeit der Bauplanung 1976


1968 übernahm Walter Grote das Amt als Ortsbrandmeister von Paul Sommer. Auf der Jahreshauptversammlung am 25. Januar 1980 stellte sich Walter Grote nach 12 Jahren und Erreichung der Altersgrenze nicht wieder zur Wahl und übergab die Führung der Ortsfeuerwehr an den Gerbermeister Friedrich Müller.

Technische Anforderungen werden größer...

In den folgenden Jahren wurde der technischen Entwicklung und den Anforderungen an die Einsatz- und Hilfeleistung der Feuerwehr Rechnung getragen. So wurden erhebliche Neuanschaffungen an Fahrzeuge und Geräte getätigt.

Unter anderem im Herbst 1976 die erste, allerdings schon gebrauchte Kraftfahr-Drehleiter DL 30, 1978 wurde ein Schlauchkraftwagen SW 2000 mit 2000 m Schlauchmaterial, bereits in Buchten auf dem Fahrzeug verlegt, angeschafft.

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Kraftfahr-Drehleiter DL 30


1986 folgte ein LF 16 mit Heckpumpe und einem 1600 Liter Wassertank für das LF 8 aus dem Jahre 1963. 1987 wurde dann ein Rüstwagen RW 1 im Auftrage vom Landkreis Diepholz in den Fuhrpark der Ortsfeuerwehr Diepholz eingereiht. Ein Einsatzleitwagen ELW 1 folgte am 26. Januar 1988.

Am 4. April 1990 wurde dann eine moderne Kraftfahr-Drehleiter DLK 18-12 CC mit Rettungskorb erworben. Sie ersetzte die zu diesem Zeitpunkt nicht mehr einsatzbereite und bereits außer Dienst gestellte DL 30 aus dem Jahre 1978. Allerdings war die Drehleiter DL 30 mit dem Baujahr 1959 bereits bei der Stadt Elmshorn schon19 Jahre schon im Einsatz und wurde dann nach 31 Einsatzjahren in Diepholz stillgelegt.

Zusätzlich zu diesen Fahrzeugen wurden in den vergangenen Jahren noch Gerätschaften, wie z.B. Funkgeräte, Funkalarm-Empfänger, Atemschutzgeräte und Geräte der Technischen Hilfeleistung angeschafft. Aber auch Notstromanhänger, Feuerwehranhänger Schaum-Wasserwerfer, Feuerwehranhänger Rettungsboot und Feuerwehranhänger Pulver gehören seitdem ebenso zur Ausrüstung der Freiwilligen Feuerwehr Diepholz an der Dr.-Klatte-Straße.

Anlässlich der 100jährigen Jubiläumsfeier am 23. Mai 1992 wurde von der Stadt Diepholz ein neues Tanklöschfahrzeug TLF 24/50 übergeben. Es ersetzte das bisherige Tanklöschfahrzeug TLF 16 T aus dem Jahre 1958.

100 Jahrfeier:
Zünftig feierte am 1. Mai 1992 die Ortsfeuerwehr Diepholz im „Haus der Feuerwehr“ ihren 100. Geburtstag.

Pünktlich zum 1. Mai konnten die ersten noch druckfrischen Exemplare „Jahrhundertbuch – Freiwillige Feuerwehr Diepholz“ während einer Feierstunde in der Schröderschen Buchdruckerei in Diepholz, heute das Druckhaus Breyer, in Anwesenheit von Ehrengästen das 208 Seiten umfassende Buch von den Autoren Louis Becker, Horst Berger, Peter Susebach und Adolf Wilkens an den Bürgermeister Oskar Bödeker, Stadtdirektor Herbert Heidemann und Ortsbrandmeister Friedrich Müller übergeben werden.

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Während der Festwoche vom 23. Mai bis 31. Mai 1992 mit ihren vielen Veranstaltungen wurde die Zeit zum Feiern etwas knapp. Viele Veranstaltungen verteilt auf die Woche standen auf dem Plan:

Ein Festakt im Theater der Stadt Diepholz, ein Kinderumzug mit einer Feuerwehrkapelle durch die Stadt, Spiel, Spaß und Technik: Ein Nachmittag mit der Feuerwehr, abends ein Jubiläumsball mit der Top-Band „Carnaby“, Fahrzeugausstellung mit Vorführungen, Seniorennachmittag der Stadt Diepholz, Revue in der Schalterhalle der Kreissparkasse, Empfang der Stadt Diepholz im Rathaus der Stadt Diepholz, Feuerwehrfest mit der 40-Mann-Feuerwehr-Big-Band Dierlos im Festzelt, Niedersächsische Pokalwettkämpfe nach internationalen Richtlinien und Abschnittswettbewerbe des Landkreises Diepholz Süd.

Fast alle Veranstaltungen fanden im Mühlenkampstadion statt. Es war schon eine anstrengende, aber trotzdem interessante Woche. Mit diesen Veranstaltungen stand Diepholz im Mittelpunkt der Niedersächsischen Feuerwehr.

Im Laufe der Veranstaltung erhielt Ortsbrandmeister Friedrich Müller die höchste Feuerwehr-Auszeichnung verliehen: Das Ehrenkreuz in Gold des Deutschen Feuerwehrverbandes.

Am 8. Mai 1994 veranstaltete die Ortsfeuerwehr Diepholz anlässlich des 30. Geburtstages der Jugendfeuerwehr Diepholz einen Tag der offenen Tür mit vielen Aktionen zu Ehren der Jugendfeuerwehr. An diesem Tage bekundeten mehr als 1000 Besucher das Interesse an der Feuerwehr.

Nach 15 Jahren trat Ortsbrandmeister Friedrich Müller am 27. Januar 1995 bei den turnusmäßigen Neuwahlen nicht wieder an. Mit minutenlangem, stehendem Applaus dankten ihm bei der Jahreshauptversammlung der Ortsfeuerwehr Diepholz am 27. Januar 1995 die Kameraden und Vertreter der Stadt herzlich. Zur Erinnerung an diese Zeit als Ortsbrandmeister machte ihm die Feuerwehr ein besonderes Geschenk: Eine in rotem Leder mit Blattgold-Aufschrift gebundene Chronik. Auf 620 Seiten sind in diesem Buch eine große Auswahl an Einsätzen und Anekdoten dokumentiert. In seinen 15 Dienstjahren als Ortsbrandmeister war Friedrich Müller bei mehr als 1500 Einsätzen verantwortlicher Einsatzleiter. Mit einem Fackelzug bedankten sich über 100 Feuerwehrkameraden nach der offiziellen Verabschiedung im Rathaus auf dem Weg quer durch die Innenstadt zum Feuerwehrhaus, begleitet von einem Spielmannszug,. Während einer Feierstunde im Rathaus der Stadt Diepholz wurde Friedrich Müller zum Ehrenortsbrandmeister ernannt.

Zum Nachfolger wurde auf der Jahreshauptversammlung am 27. Januar 1995 einstimmig der bisherige Stellvertreter Thomas Telthörster zum Ortsbrandmeister gewählt.

Am 5. Mai 1996 war es wieder einmal soweit. Ein Tag der offenen Tür stand wieder an. Motto der Veranstaltung war Werbung für die Jugendfeuerwehr und Präsentation der Fahrzeuge und Geräte. Ebenso gehörten Vorführungen und Erbsensuppe aus der Gulaschkanone dazu.

Aber auch bei überörtlichen Großveranstaltungen wurde die Ortsfeuerwehr Diepholz gerne benutzt. So auch am 8. September 1996 bei den Wettbewerben der Feuerwehren des Regierungsbezirkes Hannover. Es waren 950 Ortsfeuerwehren aus dem Regierungsbezirk Hannover in Diepholz auf dem Marktplatz anwesend.

Der 17. Mai 1998 war für die Besucher der Ortsfeuerwehr Diepholz wieder ein Tag zum Anfassen: Ein Tag der offenen Tür wurde veranstaltet. Das bedeutete, dass die Kameraden wieder viel organisieren mussten. Neben einer umfangreichen Ausstellung moderner Fahrzeuge und technischer Geräte waren über den Tag verteilt verschiedene Aktivitäten geplant.

Ab Juli 2001 liefen bei der Ortsfeuerwehr Diepholz dann die Vorbereitungen zum Landeswettbewerb der Niedersächsischen Feuerwehren am 2. September 2001 an. Neben den Wettbewerben fand auch ein reichhaltiges Rahmenprogramm statt. Über 500 Feuerwehrleute aus 60 Städte und Gemeinden waren in Diepholz zu Gast. Ohne Eigenlob sei gesagt, dass die Ortsfeuerwehr Diepholz schon oft bewiesen hat, dass sie solchen Aufgaben gewachsen ist.

Das 1976 erbaute „Haus der Feuerwehr“, in dem die Ortsfeuerwehr Diepholz untergebracht ist, wurde in den vergangenen drei Jahren von 2001 bis 2003 grundlegend saniert und um zwei weitere Fahrzeugstellplätze erweitert. Der Zahn der Zeit hatte aber auch das Diepholzer Feuerwehrhaus nicht verschont. Insbesondere die Heizungs- und Lüftungsanlage war sanierungsbedürftig. Außerdem waren die Räumlichkeiten zu klein geworden. Fahrzeuge und Spezialgeräte für die vielfältigen Einsatzbereiche fanden nur noch eng gedrängt in der vorhandenen Halle Platz. Die Fahrzeughalle wurde mit speziellen Abgas-/Absauganlagen für die großen Einsatzfahrzeuge ausgestattet. Nach Plänen des Bauamtes der Stadt wurden zwei zusätzliche Hallenplätze mit Waschhalle für Fahrzeuge angebaut. Ende Mai 2003 waren die Stellplätze fertig und es konnte eine zünftige Einweihung gefeiert werden.

Vom 1968 in Dienst gestelltes Löschgruppenfahrzeug LF 8-schwer nahmen die Feuerwehrleute im Juni 2003 nach 35 Jahren Abschied. Grund: Bis das der TÜV uns scheidet. Bis zum letzten Tage wurde es allerdings noch eingesetzt. Auch die Jugendfeuerwehr, die Wettbewerbsgruppe und die Altersabteilung blickten mit Wehmut und Traurigkeit nach der Stilllegung auf die Jahre mit diesem Fahrzeug zurück.

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Löschgruppenfahrzeug LF 8 (schwer)


Der 25. Februar 2004 war ein Tag der Freude für die Ortsfeuerwehr Diepholz. Es wurde das neue LF 10/6 in Empfang genommen. Es ist das Ersatzfahrzeug für das im Juni 2003 stillgelegte Fahrzeug LF 8-schwer. Die offizielle Übergabe fand am 16. Mai 2004 beim Tag der offenen Tür statt.

Am Sonntag, 16. Mai 2004, beging die Ortsfeuerwehr Diepholz ein besonderes Fest. Anlass war das 112jährige Bestehen. Der Feuerwehr-Notruf 112 war der Anlass. Ein Tag der offenen Tür stand auf dem Plan, um der Bevölkerung die technische Ausstattung und das Feuerwehrhaus zu präsentieren. Wie schon bei den vorherigen Veranstaltungen erwartete die Besucher ein umfangreiches Programm.

Begeistert vom neuen Fahrzeug, ein GW-G (Gerätewagen Gefahrgut) zeigten sich am 11. November 2006 die Feuerwehrleute von der Gefahrgutstaffel Süd, die von der Ortsfeuerwehr Diepholz personell besetzt wird. Es löst das 26 Jahre alte Fahrzeug ab, es entsprach nicht mehr den Anforderungen. Das neue Fahrzeug war nach Kreisvorgaben gebaut und ausgerüstet worden. Die offizielle Übergabe fand zu einem späteren Zeitpunkt am 15. Februar 2007 statt.

Am Sonntag, 31. August 2008 war wieder einmal Öffentlichkeitsarbeit angesagt. Ein weiteres Mal wurde ein Tag der offenen Tür veranstaltet. Wie bei den vorherigen Veranstaltungen wurde wieder ein umfangreiches Programm angeboten. Zur Vorführung gehörten unter anderem Einsatzübungen, eine Brandshow mit einem Fettbrand, eine Modenschau mit Feuerwehruniformen und Einsatzkleidung sowie eine Fahrzeug- und Geräteausstellung. Für die Besucher war es ein volles, unterhaltsames Programm.

Auf der Jahreshauptversammlung am 29. Januar 2010 kandidierte der Ortsbrandmeister Thomas Telthörster nach 15 Jahren aus gesundheitlichen Gründen nicht wieder. Zum Nachfolger wählten die Mitglieder einstimmig seinen bisherigen Stellvertreter Rolf Gatzemeier zum Ortsbrandmeister. In einer Feierstunde im Rathaus der Stadt Diepholz wurde Thomas Telthörster zum Ehrenortsbrandmeister ernannt.

Der Rat der Stadt Diepholz stellte im November 2010 Einzelheiten zum Investitionsprogramm Feuerwehr vor. Die Ortsfeuerwehr Diepholz soll in den kommenden Jahren neue Fahrzeuge erhalten. Geplant ist für 2012 ein Einsatzleitwagen, 2013 ein Löschfahrzeug 20/16 und 2014 eine neue Drehleiter.

Jetzt sind sie da – die ersten Kinder in der Kinderfeuerwehr in Diepholz. Kurz „KiDiez“ genannt. Am Montag, 19. September 2011, war es soweit. 13 Jungen und Mädchen im Alter von sechs bis zehn Jahren folgten der Einladung der Ortsfeuerwehr Diepholz zum ersten Treffen beim Haus der Feuerwehr. Alle 14 Tage werden Spiel, Sport, basteln, Besuche bei der Polizei, Erste Hilfe, Ausflüge und vieles mehr angeboten. Schon beim ersten Treffen waren alle „Feuer und Flamme“ und durften für ein erstes Gruppenfoto auf der Drehleiter Platz nehmen.

In den folgenden Jahren wurde der Fahrzeugpark erneuert oder ergänzt.

Im Jahre 2012 wurde der SW 2000 aus dem Jahre 1978 durch ein modernes Fahrzeug Gerätewagen Logistik II ersetzt.

Der bisherige Einsatzleitwagen aus dem Jahre 1988 wurde im Jahre 2013 nach 25 Jahren durch ein modernes und mit allen notwendigen Kommunikationsgeräten ausgestattet, in Dienst gestellt.

Das Löschgruppenfahrzeug LF 16 aus dem Jahre 1986 hat dann im Jahre 2013 nach 27 Jahren einen Nachfolger bekommen: Ein Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug HLF 20. Während einer Feierstunde wurde es am 17.12.2013 der Ortsfeuerwehr übergeben.

Der Landkreis Diepholz beschaffte 2013 für das bisherige Schlauchboot aus dem Jahre 1966, welches zur Gefahrgutstaffel Süd gehört, ein neues leistungsstarkes Ersatzboot mit einem dazu gehörenden Trailer.

Die nächste große Anschaffung war für die Ortsfeuerwehr Diepholz, als Ersatzbeschaffung für die bisherige Kraftfahr-Drehleiter aus dem Jahre 1990, eine neue Gelenk-Drehleiter 23/12 M32L-AT mit einer Rettungshöhe/Arbeitshöhe von 30,2 m / 32 m. Aber bereits bei der offiziellen Übergabe an die Ortsfeuerwehr am 10.04.2016 hatte sie ihre Feuertaufe bei mehreren nachbarschaftlichen Großbränden bereits bestanden.

Nachdem der Feuerwehr-Förderverein Stadt Diepholz e.V. bereits zwei Jugenfeuerwehren in den Ortsteilen Aschen und Heede in der Stadt Diepholz, mit jeweils einem Mannschaftstransportwagen ausgestattet hat, wurde 2016 auch die Jugendfeuerwehr der Ortsfeuerwehr Diepholz mit einem Fahrzeug aus Spendengeldern bedacht. Die offizielle Übergabe an die Jugendfeuerwehr findet allerdings erst Anfang 2017 in einer Feierstunde statt.

125 Jahre Ortsfeuerwehr Diepholz
Die Ortsfeuerwehr Diepholz besteht am 1. Mai 2017 bereits 125 Jahre und hat in ihrer Geschichte viel durchlebt. In den vergangenen 125 Jahren sind viele tausend Einsätze geleistet und Brände bekämpft worden. Erst waren es Feuerrufe, dann Kirchenglocken, später Sirenen und Alarmwecker, dann Funkmeldeempfänger, die bei Tag und Nacht alarmierten. Standen früher nur einfachste Löschgeräte bereit, so kann heute mit modernsten Rettungsgeräten Hilfe gebracht werden. Auch wenn in der Zukunft immer mehr Computer, auch bei der Feuerwehr, wichtige Funktionen übernehmen, ist der Feuerwehrmann/frau nicht zu ersetzen, der allzeit bereit ist, in Not geratenen Mitbürgern zu helfen.

Im Jubiläumsjahr 2017 steht die Freiwillige Feuerwehr, Ortsfeuerwehr Diepholz, mit ca. 80 aktiven Kameraden unter der Führung von Ortsbrandmeister Rolf Gatzemeier und seinen beiden Stellvertretern Volker Leymann und Dr. Hauke Malz gut ausgerüstet da.

Bei vielen dieser Einsätze wie Feuer, Verkehrsunfällen, Umweltschutz-Einsätze mit Ölunfällen und Schadstofffreisetzungen oder giftigen Chemikalien, Naturkatastrophen wie Moor- und Heidebrände oder auch bei Hochwasser am Dümmer oder Elbe, immer wenn die Feuerwehr Diepholz gefordert wurde, stand sie zur Verfügung.

Bei dieser traditionsreichen, 125jährigen Vereinigung, die dem Wohle des Bürgers und seiner Stadt dient, dabei zu sein, erfüllt alle Kameraden/innen mit berechtigten Stolz, denn noch immer gilt der gleiche Wahlspruch über Generationen

„EINER FÜR ALLE UND ALLE FÜR EINEN“
„GOTT ZUR EHR, DEM NÄCHSTEN ZUR WEHR“.


Längst hat man erkannt, dass Feuerwehren alter Couleur nicht mehr den gegenwärtigen Aufgaben gerecht werden können. Notwendig ist es, sich ständig fortzubilden, junge Menschen zu gewinnen, die sich diesen Aufgaben stellen, um bei immer wieder eintretenden Katastrophen helfend einzugreifen.

Sicherlich haben es die heutigen Feuerwehr-Kameradinnen und -Kameraden leichter als ihre Kameraden etwa vor hundert Jahren; und zwar insofern, als ihnen heute technisches Gerät zur Verfügung steht, von dem man sich vor 125 Jahren in den Anfängen des Löschwesens überhaupt noch keine Vorstellung machen konnte.

Ob es nun vor 125 Jahren war oder heute, immer muss man sich vor Augen halten, dass es Männer und Frauen sind, die sich in den Dienst der guten Sache stellen, um dem Nächsten zu helfen.

Und das alles freiwillig und auch noch nebenberuflich.



In dieser kurz gefassten Chronik ist bewusst auf die Nennung oder Auflistung wichtiger oder umfangreicher Einsätze verzichtet worden. Diese würden den Rahmen aus Platzgründen sprengen.

Text: Peter Susebach und Chronik „Jahrhunderbuch der Ortsfeuerwehr Diepholz“ 15.02.2017 (4)
Digitale Umsetzung: Florian Bergien


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