Am 27. August 2026 fand die diesjährige Stadtübung der Feuerwehr Diepholz mit den vier Ortsfeuerwehren statt. Der Schwerpunkt lag in diesem Jahr auf der Technischen Hilfeleistung. Auf dem Gelände der Spedition Döring wurden dabei mehrere aufeinander aufbauende Einsatzlagen simuliert, die von den Einsatzkräften parallel abgearbeitet werden mussten.
Person unter LKW eingeklemmt
Zu Beginn wurde die Ortsfeuerwehr Diepholz mit dem Alarmstichwort „TVUK1 – Person unter LKW“ alarmiert. Gemeldet war eine unter einem LKW eingeklemmte Person.
Bei Eintreffen verschaffte sich der Gruppenführer zunächst einen Überblick über die Lage. Unter einem Auflieger wurde eine bewusstlose Person vorgefunden, deren Bein unter einem Reifen eingeklemmt war. Die Person wurde umgehend betreut.
Bei der weiteren Erkundung entdeckten die Einsatzkräfte außerdem den Fahrer der MAFI-Zugmaschine im Fahrerhaus. Dieser war ansprechbar und klagte über Schmerzen. Da zunächst keine unmittelbare Gefahr für den Fahrer bestand, wurde entschieden, ihn bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes im Fahrerhaus zu betreuen.
Parallel dazu begannen die Einsatzkräfte mit dem Aufbau der Ablagefläche. Dabei werden die für die Technische Hilfeleistung benötigten Werkzeuge übersichtlich auf einer Plane bereitgelegt. So können die Einsatzkräfte während der Rettungsarbeiten schnell auf die benötigten Geräte zugreifen.
Zunächst wurden die MAFI-Zugmaschine und der Auflieger gegen Wegrollen gesichert. Anschließend kamen Hebekissen zum Einsatz, mit denen der Auflieger kontrolliert angehoben werden konnte. Dadurch wurde das eingeklemmte Bein entlastet und die Person konnte befreit werden.
Während der technischen Rettung wurde auch der Fahrer der MAFI-Zugmaschine aus dem Fahrerhaus gerettet. Die Einsatzkräfte brachten ihn mithilfe eines Spineboards aus der Fahrerkabine und übergaben ihn anschließend dem Rettungsdienst.
Zweite Einsatzlage in der Halle
Während der ersten Rettungsmaßnahmen wurde bei der weiteren Erkundung eine zweite Einsatzlage in einer angrenzenden Halle festgestellt.
Dort befand sich eine Person auf einer Arbeitsbühne an einem Hochregal. Durch den angenommenen Unfall im Außenbereich war ein IBC-Behälter verrutscht und vom Regal auf die Arbeitsbühne gefallen. Dabei wurde die Person in rund fünf Metern Höhe mit einem Arm zwischen dem IBC-Behälter und der Arbeitsbühne eingeklemmt.
Für diese Einsatzlage wurde der Löschzug Mitte mit den Ortsfeuerwehren Heede und Sankt Hülfe mit dem Stichwort „TVUK1“ alarmiert. Nach dem Eintreffen wurde der Einsatzabschnitt durch die Einsatzleitung und den Einsatzleitwagen (ELW) zugeteilt. Die Ortsfeuerwehr Heede übernahm die Rettung der eingeklemmten Person auf der Arbeitsbühne.
Um die Person möglichst sicher zu befreien, wurde zunächst der IBC-Behälter an der Hallendecke gesichert. Anschließend wurde der Behälter im Rahmen der Übung geleert. Nachdem der Behälter gesichert war, wurde die Arbeitsbühne über den Notablass kontrolliert heruntergefahren.
Anschließend konnten die Einsatzkräfte die eingeklemmte Person aus dem Korb befreien und dem Rettungsdienst übergeben.
Gefahrstoffaustritt auf dem Hof
Durch die Ablenkung von den beiden vorherigen Einsatzlagen wurde ein weiterer Gabelstaplerfahrer auf dem Hof abgelenkt. Im weiteren Verlauf der Übung fuhr dieser mit seinem Gabelstapler gegen einen weiteren IBC-Behälter und beschädigte diesen.
Aus dem beschädigten Behälter trat daraufhin ein Gefahrstoff aus. Für diese Einsatzlage wurde der Löschzug Nord mit der Ortsfeuerwehr Aschen mit dem Stichwort „G2“ alarmiert.
Der Gabelstaplerfahrer blieb durch den angenommenen Schock zunächst auf dem Gabelstapler sitzen. Die eintreffenden Einsatzkräfte mussten daher zur Menschenrettung in den Gefahrenbereich vorgehen.
Der Löschzug richtete zunächst eine Absperrung des Gefahrenbereichs ein und bereitete eine Sofort-Dekon vor. Anschließend ging ein Trupp unter Atemschutz zur Erkundung und Betreuung des Fahrers in den Gefahrenbereich vor.
Bei der Erkundung stellte der Trupp fest, dass es sich bei dem ausgetretenen Gefahrstoff um Salzsäure handelte. Der Fahrer wurde gerettet und blieb unverletzt.
Die Ortsfeuerwehren Sankt Hülfe und Aschen übernahmen anschließend die weitere Abarbeitung des Gefahrstoffeinsatzes. Sowohl der Fahrer als auch der eingesetzte Trupp wurden über die vorbereitete Sofort-Dekontamination dekontaminiert.
Übung erfolgreich beendet
Nach rund zwei Stunden war die Übung für die etwa 60 beteiligten Einsatzkräfte beendet. Die Einsatzleitung hatte Stadtbrandmeister Jürgen Rudolph inne.
Ausgearbeitet wurde die Stadtübung von Björn Richter, Niklas Biskup und Christian Vinke unter Mitwirkung des stellvertretenden Stadtbrandmeisters Cedrik Sudmann.
Ein besonderer Dank gilt der Spedition Döring, auf deren Gelände die Übung durchgeführt werden konnte und die hierfür entsprechendes Material bereitstellte. Ebenso bedankt sich die Feuerwehr bei den Mitarbeitern der Spedition, die als Fahrer der MAFI-Zugmaschine und des Gabelstaplers Teil des Übungsszenarios waren.







