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  Ursache: Technischer Defekt
09.04.2013 von Florian Bergien

Ein technischer Defekt an einer Maschine, die in der Produktionshalle aufgestellt war, hat den Großbrand in der Diepholzer Tonträger-Firma Pallas in der Nacht zu Ostermontag ausgelöst. Das teilte die Polizei Diepholz gestern Nachmittag mit und betonte: „Fremdverschulden durch Brandstiftung ist ausgeschlossen.“

Bei dem Großbrand in der Nacht zum Ostermontag, war die 1500 Quadratmeter CD- und DVD-Produktionshalle der Pallas-Tochter P+O Compact Disc völlig zerstört worden. Es entstand ein Sachschaden von mindestens zehn Millionen Euro. Ein Übergreifen der Flammen auf andere Teile der Firma und benachbarte Wohnhäuser konnte ein Großaufgebot der Feuerwehr durch professionelles Vorgehen verhindern.

Brandursache


Die Suche nach der Brandursache in den Trümmern durch Fachleute der Polizei mit Unterstützung von zwei Gutachtern und des Brandmittelspürhundes „Basko“ der Polizei aus Wilhelmshaven dauerte mehrere Tage. Das Ergebnis „Technischer Defekt“ ist laut Polizei zweifelsfrei. Hinweise auf Brandstiftung habe es aber auch vorher nicht gegeben, sagte Polizei-Pressesprecher Andrik Hackmann.

Um ganz sicher zu gehen, ließ die Polizei gestern „Basko“ kommen. Der Diensthund der Polizei kann sechs verschiedene Brandbeschleuniger sicher erschnüffeln. „Das wird regelmäßig überprüft“, sagt Diensthundeführer Peter Märzner, der mit seinem vierbeinigen Helfer die Trümmerwüste untersuchte. Doch das war für „Basko“ schwierig. Große Metallteile der Hallendecke, die während des Brandes herabgestürzt waren, bedeckten den Boden. Um diese Teile beiseite zu räumen, stand ein Bagger bereit. Als Ausgangspunkt des Feuers hatten Ermittler Verbogene und zusammengeklumpte Metallteile von Maschinen ausgemacht.

Ein Suchhund kann etwa 20 Minuten im Brandschutt arbeiten. Dann braucht er mindestens 30 Minuten Pause, ein Leckerchen und Zeit zum Spielen. „Bis zu acht Einsätze am Tag sind möglich“, erklärte Polizei-Hundeführer Peter Wärzner.

Pallas-Seniorchef Rolf Neumann war erleichtert über die Klärung der Brandursache: „Nach der Freigabe durch die Polizei erfolgt der sofortige Abbruch des gesamten Gebäudes und wir bauen eine neue Halle an dieser Stelle.“ Die zerstörte Halle wurde 1985 gebaut. Auch nach dem Brand werden alle Mitarbeiter weiterbeschäftigt.

„Wir arbeiten in zwei Schichten im Schallplattenbetrieb“, sagt Neumann. Der Betrieb liegt ebenso wie die Verwaltung auf der anderen Straßenseite. Besonders gefreut habe er sich nach dem Brand über die große Anteilnahme der Kunden und vor allem über die Hilfsbereitschaft der Konkurrenz. So habe sogar Mitbewerber Sonopress in Gütersloh Lagerkapazitäten angeboten, sagt der Senior.

Die Pallas ist eine der letzten Firmen Europas, die noch Vinyl-Schallplatten herstellt. Zur Gruppe gehören vier Unternehmen, die bis heute in Familienbesitz sind. Beschäftigt sind rund 140 Mitarbeiter. · ej/dpa

Quelle: Kreiszeitung Diepholz

Weitere Informationen über den Großbrand:
Einsatzbericht vom 01.04.2013
Einsatzbericht vom 02.04.2013
Stellungnahme der Pallas Group



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